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DIE BERÜHMTESTEN KAFFEEHÄUSER DER WELT

Lebensgefühl Kaffeehaus: Eine Zeitreise mit dem Duft der großen weiten Welt in der Nase

Im 18. Jahrhundert im Zentrum politisch-gesellschaftlicher Entwicklungen, wurden Kaffeehäuser rasch zu Orten, an denen Intellektuelle, Künstler und Schriftsteller ein und aus gingen. Nach und nach gesellten sich Müßiggänger und Flaneure dazu, die in eine Zeitung versunken oder das rege Treiben auf der Straße beobachtend eine Tasse Kaffee genossen. Vielen dieser geschichtsträchtigen Kaffeehäuser konnte der Zahn der Zeit nichts anhaben. Und so können vielerorts Liebhaber der schwarzen Bohne nicht nur den Duft erstklassiger Kaffees, sondern auch das Flair vergangener Zeiten einatmen.

Pracht und Prunk aus der Gründerzeit

Prächtiger Stuck, opulente Fresken, florale Ornamente – das Café de la Paix in Paris versprüht auch heute noch den Charme des Stils des Second Empire zu Zeiten Napoleons III., der auch Guy de Maupassant, Oscar Wilde oder Ernest Hemingway in seinen Bann zog. In der Stadt der Liebe ist es das einzige noch erhaltene Kaffeehaus aus dem 19. Jahrhundert. Bei gutem Wetter lohnt ein Platz auf der Terrasse mit Blick auf die Opéra Garnier.

Das architektonische Aushängeschild des aufstrebenden Paris diente als Vorbild für das Café New York in Budapest. Allerdings findet sich hier weniger elegante Nonchalance als vielmehr üppiger, in echtes Gold getauchter Prunk gespickt mit venezianischen Lüstern, barocken Deckengemälden und verschlungenen Marmorsäulen. Wer hier einen Fuß hineinsetzt, dem wird schnell klar, warum der ungarische Schriftsteller Ferenc Molnár die Schlüssel des Cafés in die Donau warf, als das Denkmal der Belle Epoque im Jahr 1894 eröffnet wurde: Damit es niemals seine Türen schließt.

Dichter, Denker, Kaffeetrinker

Seine Türen schon längst – im Jahr 1760 – eröffnet hatte zu diesem Zeitpunkt das Antico Caffè Greco in Rom, nahe der Spanischen Treppe. Von außen vermeintlich klein, reiht sich im Inneren des Kaffeehauses Salon an Salon, durch dessen schlanke Gänge die Kellner geschickt Espresso, Cappuccino und Kuchen balancieren. Das in gedeckten Farben gehaltene Kaffeehaus, dessen Wände unzählige Gemälde zieren, war eines der letzten großen Künstlercafés der Stadt. Nikolai Gogol schrieb hier belebt vom Koffein seine „Toten Seelen“, und Goethe vollendete an einem kleinen Marmortisch sitzend sein Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“.

Wenn es jedoch eine Stadt auf der Welt gibt, die im gleichen Atemzug mit Kaffeehäusern genannt wird, dann ist es Wien. Ob im Café Sacher bei einem Stück der wohl berühmtesten Schokoladentorte der Welt oder im ältesten Kaffeehaus, dem Café Frauenhuber, in dem einst Mozart die Melange trinkenden Gäste mit Tafelmusik beglückte – in der österreichischen Hauptstadt sind Kaffeehäuser eine Institution und ihre Kultur seit 2011 UNESCO-Kulturerbe.