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KAFFEE TRINKEN UND GUTES TUN:

DAS PROJEKT SUSPENDED COFFEES

Suspended Coffees – Kaffee trinken und Gutes tun

Seit etwa fünf Jahren zieht ein alter italienischer Brauch um die Welt und findet immer mehr Anhänger: der „caffè sospeso“, auf englisch Suspended Coffee. „Zwei Kaffee bitte, einen für mich, einen aufgeschoben“ – so oder ähnlich bestellen die Menschen, die sich an dieser sozialen Idee beteiligen. Weltweit engagieren sich ehrenamtliche Mitarbeiter für das Projekt, stecken ihre Zeit in die Gestaltung von Internetseiten, die informieren und teilnehmende Cafés auflisten, und geben Interviews, um für Suspended Coffees zu werben. Mit wachsendem Erfolg: Seit 2013 ist die Zahl der Coffee-Bars, die sich beteiligen, deutlich angestiegen.

Und so funktioniert es: Der Barista, der die Bestellung entgegennimmt, kassiert den Betrag für zwei (oder mehr) Kaffees, gibt einen heraus und notiert alle weiteren als Spende für  Bedürftige. Wer sich selbst keinen Kaffee leisten kann, hat die Möglichkeit, im Café, meist sind es Coffee-Bars, die ihre Getränke zum Mitnehmen anbieten, nach einem solchen „aufgeschobenen“ Kaffee zu fragen – und ihn kostenfrei zu erhalten.

Der Brauch stammt ursprünglich aus der italienischen Kaffeestadt Neapel und geht auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. In wirtschaftlich schweren Zeiten gewöhnten es sich dort diejenigen, die es sich noch leisten konnten, an, einen Kaffee „zu schieben“. Dieser wurde an den nächsten Gast, der knapp bei Kasse war, ausgeschenkt.

Suspended Coffees – Ein Gewinn für alle

„Wollen Sie einen Kaffee, Sir?“, so fragte der Barista und zeigte damit, dass es bei Bedarf ein kostenfreies Heißgetränk geben würde. Die Anonymität dabei sollte den Prozess für den Spender wie auch den Empfänger erleichtern.

 

 

 

Dabei ist es geblieben: Auch heute erfährt der Geber nicht, wem er etwas Gutes getan hat. Und wer einen der Suspended Coffees erhält, weiß nicht, wem er ihn zu verdanken hat. Einen Gewinn haben alle davon: Wer als Spender gerade in der richtigen Stimmung ist, kann ein wenig von seinem eigenen Glücksgefühls weitergeben. Der Empfänger freut sich über den Kaffee und fühlt sich trotz seiner prekären finanziellen Lage ein bisschen weniger als Außenseiter. Und das Café, das Suspended Coffees möglich macht, zeigt sein soziales Gewissen – was von den meisten Kunden heutzutage sehr geschätzt wird. Eine Win-win-win-Situation sozusagen.

Welche Coffee-Bars unterstützen das Projekt?

Cafés, die sich an dem Projekt beteiligen, haben in der Regel einen entsprechenden Hinweis im Fenster, an der sich Kunden und Bedürftige orientieren können. Wer spenden will, kann sich aber vorab auch online informieren, welche Coffee-Bars in seiner Nähe die lobenswerte Aktion unterstützen. Oder einfach einmal im eigenen Lieblings-Café davon erzählen: Denn vielleicht wissen die noch gar nichts von „Suspended Coffees“ und der wunderbaren Möglichkeit, mit Kaffee Gutes zu tun.

Infos für Kunden und Cafés gibt es unter http://www.suspendedcoffee.de/